Zucht

Ein Leitspruch unserer Zucht könnte unter anderem sein:

„Züchten heißt in Generationen zu denken“.

Aus diesem Grund ist es für uns besonders wichtig sich über die Mechanismen, die in der Hundezucht eine Rolle spielen im Klaren zu sein. Ein besonders in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus der Betrachtungen gerückter Punkt ist die Erhaltung einer möglichst großen genetischen Vielfalt. Einige Züchter sprechen in diesem Zusammenhang auch von einem großen Genpool. Nicht nur in der Schäferhundzucht werden aber einige wenige Deckrüden besonders häufig zum Decken eingesetzt. Das hat dann zur Folge, dass Generationen später alle Zuchttiere immer enger verwandt sind. Über die möglichen Folgen eines damit zusammenhängenden Ahnenverlust wurden schon populäre Schriften veröffentlicht, zuletzt das Buch Hundezucht 2000 von Helmut Wachtel.

Da Rüden im deutschen SV bis zu 90 Deckakte im Jahr machen dürfen und die Spitzenrüden dieses Kontingent meist über Jahre voll ausschöpfen ist es klar, dass einige wenige der Spitzenvererber in jeder Ahnentafel auftauchen. Beispiele hierfür sind bei den Ausstellungshunden Ursus von Batu, Jeck Noricum oder der (aus meiner Sicht bedeutendste Vererber aller Zeiten): Uran Wildsteiger Land. Bei den Leistungshunden kann man ebenfalls Vererber finden, die besonders häufig zur Zucht eingesetzt worden sind. Beispiele hier für sind Mink Haus Wittfeld, Troll böse Nachbarschaft oder ähnlich wie Uran bei den Austellungshunden in fast jeder Ahnentafel auftaucht: Fero Zeuthener Himmelreich.

Für uns sind aber nicht nur die Rüden ausschlaggebend für das was man beim Züchten erreicht, sondern in allererster Linie sind unsere Zuchthündinnen entscheidend für die erzielten Erfolge. Sicherlich auch auf Grund des, auch in der Wissenschaft beschriebenen, maternalen Effekts, sondern vor allem weil jede neue Zuchthündin die aus unseren Linien entspring eine neue Generation darstellt die in der Zukunft mit dem Rüden der Zukunft die nächste Generation begründen sollen. Oder kurz gesagt: Die Hündinnen sind die Trägerinnen der Zucht!

Unsere Zucht besteht zurzeit aus drei unterschiedlichen Mutterlinien:

  • Fritzies Linie: (Helge vom Olwenhof) eine Uran Tochter
  • Meikes Linie: (Meike vom Lichtungsweg) eine Jasper Tochter (Mark Haus Beck)
  • Paulas Linie: (Panyale vom Holtkämper See) Lea Holtkämper See Tochter

Fritzies Linie geht über Annie (Annika vom Olwenhof) und dann Jule (July vom Olwenhof). Diese Linie zeichnet sich vor allem durch eine gute Arbeitsveranlagung aus. Das kommt zum großen Teil über den Vater von Annie, Falk vom Lehnhof. Dieser war Teilnehmer der Bundessiegerprüfung und mehrmaliger Ausscheidungsteilnehmer. Ihn wählten wir extra aus diesem Grund als Deckpartner für Fritzie aus, damit ich mit meinem ersten „eigenen“ Hund gut Hundesport machen konnte. Diese Arbeitsfreude zeigt auch seine Enkelin Jule, die auch mit 10 Jahren noch mit Feuereifer bei der Sache ist.

Meikes Linie geht über Isabell vom Olwenhof und Püppie vom Olwenhof. Typmäßig sind die Hunde dieser Linie sicher von Mark Haus Beck, dem Vater von Jasper geprägt. Schwarz-braune Hunde mit sehr guten Köpfen entstammen dieser Linie. Alle meine bisher schönsten Hunde sind aus Isi hervorgegangen.

Paulas Linie ist ziemlich neu in unserem Zwinger. Als ich Paula bekam war nicht abzusehen, dass sie meine Zuchthündin werden würde. Mit der Zeit stellte sich aber heraus, dass sie insbesondere vom Wesen und Triebveranlagung genau meinen Vorstellungen einer guten Zuchthündin entsprach. In ihrem ersten Wurf nach Ernie vom Hofjägerhaus brachte sie Hilde (Quendoline vom Olwenhof) die ganz im Typ ihrer Großmutter Lea vom Holtkämper See steht.