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Was man so als Züchter erlebt

In all den Jahren sind schon so viele kuriose, lustige und traurige Geschichten passiert, dass wir hier mal einige aufgeschrieben haben.

Standartgemäß erlebt man als Schäferhundzüchter:

  • Französische Deckrüden, die nicht decken wenn die Hündin nicht auf eine bestimmte Stelle pinkelt
  • Deckrüdenbesitzer die einen nicht ins Haus lassen wollen und der Rüde partout die Hündin nicht deckt (waren ja auch nur 800km bis dorthin)
  • Halter von VA-Rüden die einem einen fürstlichen Empfang bereiten und so nett sind das man gar nicht mehr gehen mag.
  • Tausende von Kilometern auf der Autobahn, allein oder zu zweit.
  • Alleine 1500 km (eine Tour) von Berlin bis Paris, nicht mal mit der eigenen Hündin, gefahren, um sie von einem deutschen Rüden decken zu lassen, der einer Russin gehört die einen Tag zu vor aus den USA eingereist ist.
  • Sich einen Deckrüden auszusuchen der (ausnahmsweise Mal) nicht so weit weg stehen sollte (nur bei Dresden), wenn die Hündin aber läufig ist darf man 500km eine Richtung bis nach Dänemark fahren, da der Rüde nun dort auf Deckstation ist.
  • Die (Gott lob seltenen) Würfe, für die man bis nach sonst wo zum decken fährt und die Hündin leer bleibt, oder noch schlimmer nur einen, noch dazu toten Welpen hat, der per Kaiserschnitt entbunden werden muss.
  • Und natürlich etlichem Anrufer die einen Termin machen um Welpen anzusehen und nie erscheinen.
  • Oder die sich einen Welpen aussuchen und nicht abholen

Was ist ein Züchter?

Ein ZÜCHTER ist jemand, dem durstet es nach Wissen und doch weiß er nie alles.

Er ringt mit Entscheidungen zwischen Vernunft, Bequemlichkeit und Verpflichtung.

Ein ZÜCHTER opfert persönliche Interessen, Finanzen, Zeit, Freundschaften, kostbare Möbel u. wertvolle Teppiche.

Er tauscht eine Luxusreise gegen die doch so wichtige Ausstellung, die mitten in der Urlaubszeit liegt.

Ein ZÜCHTER verbringt Stunden ohne Schlaf, aber nie ohne Kaffee - um eine Paarung zu planen, oder mit Anspannung auf die bevorstehende Geburt zu warten um hinterher über jedes Niesen, Krabbeln und Quietschen zu wachen.

Ein ZÜCHTER verzichtet auf ein Galadinner, weil eine Geburt bevorsteht, oder die Welpen um 8 Uhr gefüttert werden müssen. Er übersieht die Geburtsflüssigkeit, setzt seinen Mund auf den schwachen Welpen, um im wahrsten Sinne des Wortes dem hilflosen Neugeborenen das Leben einzuhauchen, es könnte ja die Verwirklichung lebenslanger Träume sein.

Der Schoß des ZÜCHTERS ist ein großartiger Platz, auf dem Generationen von stolzen und edlen Champions schlummerten. Des ZÜCHTERS Hände sind stark und fest. Oft schmutzig und doch wiederum sensibel für das Stupsen einer kleinen nassen Welpennase.

Des ZÜCHTERS Rücken und Knie schmerzen gewöhnlich vom Bücken über die Wurfkiste und vom Hocken in ihr. Doch sind sie stark genug, den viel versprechenden Nachwuchs auf der nächsten Ausstellung zu zeigen.

Die Arme eines ZÜCHTERS sind stark genug, gleichzeitig zu wischen, einen

Arm voller Welpen zu tragen und eine Hand dem Anfänger zu leihen.

Die Ohren des ZÜCHTERS sind seltsame Gebilde: manchmal rot vom Gerede,

manchmal flach vom Telefonhörer, manchmal taub von Kritik und dann wieder hellhörig für das Winseln eines kranken Welpen.

Die Augen des ZÜCHTERS sind trübe vom Studieren der Ahnentafeln, manchmal blind gegenüber den eigenen Zuchtfehlern und doch so scharf in der Wahrnehmung derer der Konkurrenz. Sie sind immer auf der Suche nach der perfekten Spezies.

Das Gehirn des ZÜCHTERS ist manchmal getrübt vor Gesichtern und doch kann es eine Ahnentafel schneller wiedergeben als ein Computer. Es steckt so voller Wissen, dass manchmal eine Sicherung durchbrennt. Es speichert tausende von guten Knochen, feinen Ohren, perfekten Köpfen / und begräbt tief in der Seele die Fehler und alles das, was nicht so wurde wie erhofft.

Des ZÜCHTERS Herz ist oft gebrochen, aber immer voller Hoffnung und es sitzt am rechten Fleck.

Oh ja, es gibt solche ZÜCHTER und es gibt auch Züchter ...........

(Autor: unbekannt)